Karnischer Höhenweg 2011 - In 7 Tagen von Sillian nach Dellach

Nach unserer letztjähren Tour über den Hochschwab steckten wir heuer unsere Ziele etwas höher und entschlossen uns den Karnischen Höhenweg (Nr. 403)  in Angriff zu nehmen.

Vorweg ein paar Eckdaten zur Tour:

1.Tag: Sillian (1100m) - Leckfeldalm (1900m)

Eckdaten: 800hm Ahufstieg, 1:56h Gehzeit, 2:00h Gesamtzeit

Wir starteten am 1.Juli in Sillian aufgrund der längeren Anreise erst am späten Nachmittag, das Auto parkten wir während unserer Tour am dortigen Bahnhof:

 

Bei der Anfahrt über Lienz nach Sillian tobte im Tal ein Gewitter, welches sich aber zum Glück vor unserem Aufstieg verabschiedete. Aber einige Regenschauer zogen nach wie vor durchs Tal, von einem wurden auch wir erwischt.

 

Die Ausschilderung des Weges (betrifft den gesamten Karnischen Höhenweg wie wir ihn vorfanden) ist exzellent.

 

Vor Sonnenuntergang erreichten wir dann die Leckfeldhütte, wo wir uns für den kommenden Tag stärkten. Die Hütte ist klein aber fein, wir hatten sogar ein eigenes Waschbecken mit Warmwasser im 2 Bett Zimmer.

 

2.Tag: Leckfeldalm (1900m) - Obstanzerseehütte (2304m)

Eckdaten: 1030hm Aufstieg, 640hm Abstieg, 5:15 Gehzeit, 6:25 Gesamtzeit

Am nächsten Tag gings bei strahlend blauem Himmel zuerst einem Forstweg über Almen entlang zur Sillianhütte.





Vorbei an quadratkilometer großen Almrausch Feldern:

 

Ein Rückblick ins Tal nach Sillian, das Wetter war prächtig, doch im NW war bereits eine Wolkenfront erkennbar, welche in unsere Richtung unterwegs war:

 

Alpenrosen wohin man schaut

:

Nach dem erreichen des Kammes der umwerfende Ausblick auf die Sextener Dolomiten (2 der 3 Zinnen sind sichtbar). Hier tat es uns leid nicht auf der Sillianerhütte übernachtet zu haben, doch wie wir später erfuhren waren dort letzte Nacht ohnehin alle Plätze belegt:

 

Obwohl es noch früh am Tag war mußten wir bei der Sillianerhütte einkehren und bei einer Suppe den Ausblick genießen.

 



Wir hatten aber ohnehin nur mehr 4h Gehzeit vor uns, viel Zeit um den Weg und die Aussicht zu genießen!

 

Etliche Bauten aus dem 1. Weltkrieg lagen am Weg:



Am weiteren Weg entlang des Kammes herrliche Licht-Schatten-Spiele auf den Sextener Dolomiten:

 

Es ging vorbei an einem Kriegerfriedhof am Hochgräntensee, welcher an die damals im 1. Weltkrieg hier verlaufende Front erinnert.



 

Einige luftigere Stelle waren zu überwinden:





Ebenfalls zu finden waren zig alte verfallene Stellungen, so mancher Bunker, Schützengräben, Schießscharten, etc. aus der damaligen Zeit. Dieser Spähbunker war direkt in einen Felskopf am Grat gesprengt worden:

 

Es ist eine unglaubliche Vorstellung unter welchen Umständen die damaligen Kämpfer hier bei jeder Jahreszeit und jedem Wetter ausharren mußten. Hier der Blick aus Bunker zum Eingang:

 



Im Inneren führte eine enge Treppe zum Ausguck:

 



Der Ausguck selbst war eine zentimeterdicke Eisenwand mit 2 Gucklöchern:

 



Von außen Richtung Süden sah das Ganze dann wir folgt aus: Gut zu erkennen ist auch ein Grenzstein direkt auf dem Bunker, welcher die heutige Grenze zwischen Italien und Österreich markiert.

 

Gegen Mittag zog der Himmer dann immer weiter zu, im Tal waren wieder Regenschauer zu sehen, wir blieben an diesem Tag aber zum Glück vom Wetter verschont:

 

Vom "Dach" des Bunkers hatte man eine grandiose Aussicht. Auf diesem Panorama erkennt man auch gut den Karnischen Höhenweg, welcher mehr oder weniger direkt am Grat entlang auf der Grenze zwischen Österreich und Italien verläuft.

 

Am Weiterweg fanden wir uns dann beim Gipfel des Eisenreich (2665m) bei kaltem Wind und leichtem Schneegestöber wieder.





Nach einiger Zeit erreichten wir dann unser heutiges Etappenziel, den Obstanzer See samt Hütte.

 

Am See blies ein recht kalter Wind und die Sonne zeigte sich bis zum Ende des Tages auch nur mehr sporadisch.

 

Blick auf den See mal anders:


3.Tag: Obstanzerseehütte (2304m) - Porzehütte (1942m)

Eckdaten: 750hm Aufstieg, 1125hm Abstieg, 6:15h Gehzeit, 8:15h Gesamtzeit

Am folgenden Tag gings bei blauem Himmer weiter Richtung Pfannspitze (2678m). Das Wetter hatte sich über Nacht zum Glück wieder beruhigt:

 

Ein Rückblick beim Aufstieg zur Pfannspitze zeigte den imposanten Roßkopf:

 

Im Aufstiegskar waren auch noch einige harmlose Schneefelder zu queren:

 

Wieder am Kamm angelangt noch ein Rückblick auf den Roßkopf:

 

Kurz vor der Pfannspitze trafen wir auf eine Herde Ziegen, welche die Herde vorbeiziehender Wanderer von oben musterte:

 



Die Tiere zeigten keinerlei Scheu...

 

... und genossen sichtlich den Ausblick:





Ob man auf Ziegen auch reiten kann? Ich habs dann lieber doch nicht versucht! :)



Kurz vor dem Gipfel noch ein Blick zurück Richtung Sextener Dolomiten und zur Hütte:

 



Am Gipfel bot sich dann ein sensationelles 360° Panorama, vom Glockner bis weit in die italienischen Alpen. Ganz rechts im Bild ist der weitere Verlauf des Höhenweges erkennbar:

 

Rückblick zur Pfannspitze:

 

Weiter ging es vorbei an unzähligen Relikten aus dem 1. Weltkrieg:

 

Bald erreichten wir die beiden Kinigat Gipfel (großer & kleiner - links im Bild):

 

Sedimentgestein:



Da ich mir mit 13kg am Buckel (bei 70kg Eigengewicht) den teilweise gesichtern Klettersteig auf den gr. Kinigat (2689m) nicht mit gutem Gewissen zutraute, nahmen wir den unteren Weg über das Geröllfeld. Es wird aber definitiv ein Wiedersehen mit dem Gipfel geben, dann mit normalem Gepäck!

 

Ausblick vom Grasfeld am Fuße des Kinigats, Zeit für eine Pause:

 

Weiter gings dann zur nahe gelegenen Filmoorhütte (aka Standschützenhütte) zur Mittagspause, die heutige Etappe war relativ kurz, daher hatten wir es nicht eilig. Die Hütte wird von einem Grazer geführt und die dortige Speisekarte übertrifft alle Erwartungen, die man an eine solch einsam gelegene Hütte stellen kann - gschmackiges Essen vom Feinsten!!



 







Haben will! :)



Rückblick zum Kinigat vom Heretriegel auf dem Weg zur Porzehütte, unserem heutigen Etappenziel:

 



Auch heute zog der Himmel gegen Nachmittag immer weiter zu. Blick von der Porzehütte nach Obertilliach, dem angeblich schönsten Ort Osttirols:

 

Lageratmosphäre:


4.Tag: Porzehütte (1942m) - Hochweißsteinhaus (1867m)

Eckdaten: 1320hm Aufstieg, 1405hm Abstieg, 7:30h Gehzeit, 8:42h Gesamtzeit

Am heutigen Tag hatten wir die bis dato längste Tour auf unserer Route vor uns, bei wieder strahlend blauem Himmel gings es gleich nach dem Frühstück auf den Weg:

 

Das erste Wegstück verlief entlang einer alten "Straße", welche zum Transport von Kriegsgerät angelegt wurde:

 



Am Tilliacher Joch angekommen ein Blick zur Porze, welche via Klettersteig erreichbar ist:

 

Ein weiterer Blick Richtung Porze, ein Berg der mich irgendwann sicher wieder sehen wird!

 

Im Hintergrund der Porze der "Crode dei Longerin" und die Sextener Dolomiten:

 

Blick vom Bärenbadeck nach Norden in die Hohen Tauern:

 

Der Weg verläuft auch hier mehr oder weniger am Grat entlang, die Aussicht ist nach wie vor überwältigend!

 

Immer wieder Grenzsteine am Weg:



Auf diese Etappe war unter dem Hochspitz Gipfel ein kurzes teilweise versichtes Kletterstück zu meistern, rechts in Bild:

 



Nach dem Kletterstück machten wir Pause und genossen das Panorama:

 



Blick auf den Hochweißstein:

 

Inzwischen zog der Himmel (wie jeden Tag) wieder langsam zu, auch der Wind frischte auf, geniale Wolkenspiele waren zu sehen in Richtung Torkar Spitz (rechts) und Zwölferspitz (links):

 

Nach Norden war auch der Glockner zu sehen, welcher sich an diesem Tag bis dahin in Wolken gehüllt hatte (links von der Bildmitte im Hintergrund):

 

Südlich des Grates braute sich ein Wetter zusammen und der heftige Wind schob die Wolken über den Kamm des Torkar Spitz, in der Nacht gabs dann ein heftiges Gewitter.

 

5.Tag: Hochweißsteinhaus (1867m) - Wolayerseehütte (1959m)

Eckdaten: 1045hm Aufstieg, 955hm Abstieg, 5:15h Gehzeit, 6:15h Gesamtzeit

Am Morgen gabs wieder blitzblauen Himmel (wie jeden Tag...) und eine gemütlicher Tag stand vor uns. Ein Rückblick zum Hochweißsteinhaus und Weißstein Spitz:

 

Nach dem ersten Anstieg vom Hochweißsteinhaus der Blick vom Öfner Joch, ganz im Hintergrund sind bereits der Seekopf und die Hohe Warte zu sehen, unser heutiges Etappenziel, rechts im Vordergrund der Monte Avanza:

 

Links vom Weg eine Hirtenstatue:







Abstieg vom Öfner Joch auf italienischer Seite ins Tal, vorbei an verfallenen Bergbauernhöfen:

 

Blick auf den imposanten Monte Avanza:

 



Eine Alm im Tal war auch noch bewirtschaftet, hier das urige Bauernhaus:

 

Vorbei am Bauernhof nochmal der Monta Avanza:

 

Ein weiterer verfallener Bauernhof:



Nach dem Tal folgte eine Steigung aufs nächste Joch, ein Blick zurück ins Tal mit dem Öfner Joch am Talende:

 

Und ein Blick nach vorne, unser Weg führt vorbei am Kreuzen (links im Bild), links der Bildmitte ist der Wolayerkopf zu sehen, hinter dem sich unsere heute Hütte befindet:

 

Interessante Felsformationen links und rechts des Weges:

 

Ein Felsbrocken im Vordergrund des Wolayerkopfes ohne Namen (zumindest hab ich in der Karte keinen gefunden), sehr interessant sind auch die verschiedenen Fels- und Gesteinsarten welche hier auf minimaler Distanz anzutreffen sind.

 

Blick nach Süden zum Lago Bordaglia, wie im Märchen:

 

Blick zurück zum namenlosen Felsbrocken:

 

Nach dem darauffolgenden Abstieg vom Giramondopaß gehts zurück nach Österreich, wir erreichen eine Alm, im Hintergrund Seekopf (rechts) und Hohe Warte (links):

 

Beim Aufstieg zur Hütte Blick zurück zum Wolayerkopf

 

Blick von der Terasse der Wolayerseehütte auf ein grandioses Wolkenschauspiel:

 

Südlich des Birnbaumer Törl stauten sich die Wolken:





Am Weg um den See dann ein offensichtlich an Menschen gewöhntes Murmeltier:





Auf der Hütte gabs zwei junge Hüttenkatzen, zum verlieben:

 

Frisch serviert: Sonnenuntergang an Cumulus Wolken:


6.Tag: Wolayerseehütte (1959m) - Zollnerseehütte (1738m)

Eckdaten: 1655hm Aufstieg, 1900hm Abstieg, 9:15h Gehzeit, 10:35h Gesamtzeit

Heute stand die längste und anstrengendste Etappe vor uns, noch dazu sollte es an diesem Tag am bisher am heißesten werden. Eigentlich sollte man laut Weitwanderführer am Vortag bereits bis zur Valentinalm (2h) weitergehen, aber eine Übernachtung am Wolayersee konnten wir uns nicht entgehen lassen! Daher gings am Morgen schon sehr zeitig los, ein Blick zurück zur Hütte in der Morgensonne, wieder war der Himmel blitzblau:

 

Eindrucksvoll überragt ser Seekopf die Hütte:

 

Der Weg führte über ein ausgedehntes Schneefeld nördlich der Hohen Warte:

 

Blick zurück zum Seekopf..

.

...und zur Hohen Warte:

 

Beim Abstieg zum Plöckenpaß ein Blick zurück zu den Kunzköpfen:

 

Blick zurück zu den Kunzköpfen vorbei an einer Herde Kühen mit sehr jungen Kälbern:

 



Wir folgten der Forststraße weiter zur Valentinalm und zweigten dann ab zum Plöckenhaus zum Mittagessen ab, noch ein Blick zurück:

 

Nach einer kräftigenden Suppe gings weiter hinauf zur Spielbodenalm. Zum diesem Zeitpunkt brannte bereits die Mittagssonne vom Himmel, entsprechend schweißtreibend und anstrengend war der Aufstieg. Ein Blick zurück zum Plöckenpaß, im Hintergrund der Mooskofel (rechts) Rauchkofel (Mitte) und der Frischenkofel (links):

 

Liebend gerne hätte ich mich in diese Badewanne gesetzt, die Rinder hätten dann auch keinen Salzstein mehr zum Lecken gebraucht...

 



Wieder mal eine verfallene Alm:



Einige eher seltene Blumen am Weg:





Weiter gings bei Gluthitze über Almen zum Köderkopf wo wir unsere Füße auslüften mußten, welche beim Anstieg zu heiß gelaufen waren. Blick nach Osten zum Etappenziel Richtung Zollnerseehütte:

 



Kurz vor der Zollnerseehütte dann noch eine Alm wo wir gezeichnet vom langen Marsch auf eine frische Buttermilch einkehrten:




7.Tag: Zollnerseehütte (1738m) - Dellach (683m)

Eckdaten: 1055hm Abstieg, 2:40h Gehzeit, 2:45h Gesamtzeit

Eigentlich wollten wir an diesem Tag bis zum Naßfeld weitergehen, aber unserer Füße waren bei der gestrigen Etappe zu sehr heißgelaufen. Wir entschieden uns daher nach Dellach abzusteigen und mit dem Bus zurück nach Sillian zu fahren. Zum Abschluß noch ein Bilder der Zollnerseehütte:





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